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Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit

218. Sitzung der ZKBS

Die 218. Sitzung der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) fand am 4. Dezember 2018 am BVL in Berlin statt.


Einstufungen von Spender- und Empfängerorganismen

Die ZKBS ordnete Candida auris und Parabacteroides goldsteinii als Spender- und Empfängerorganismen für gentechnische Arbeiten der Risikogruppe 2 zu.



Herabstufung einiger Adeno-assoziierter Viren (AAV)

Die allgemeine Stellungnahme zur Risikobewertung der aus Primaten isolierten AAV-Serotypen aus dem Jahr 2005 wurde hinsichtlich neuer Erkenntnisse überprüft. Insbesondere wurden neuere Daten zur Seroprävalenz im Menschen zur Risikobewertung herangezogen. Einzelne Isolate wurden in die Risikogruppe 1 herabgestuft.

Neben AAV-2, AAV-3, AAV-3b und AAV-5 werden nun auch AAV-1, AAV-6, AAV-8, AAV-9 und AAV-rh10 der Risikogruppe 1 zugeordnet.

Die Serotypen AAV-4, AAV-7 und AAV-10 bis -13 werden weiterhin der Risikogruppe 2 zugeordnet.


Hochstufung des Poliovirus Serotyp 2 in Risikogruppe 3

2015 wurde der Serotyp 2 des Poliovirus durch die WHO für ausgerottet erklärt. In diesem Zusammenhang wurde ein Plan erstellt, der den Umgang mit dem Serotyp 2 nur unter bestimmten containment-Maßnahmen und nach erfolgter Genehmigung erlaubt, um das Risiko einer Wiedereinschleppung zu minimieren und den Erhalt der Poliofreiheit zu sichern.

Um der WHO-Empfehlung gerecht zu werden und das Risiko einer unbeabsichtigten Freisetzung aus Laborbeständen zu minimieren, wurde der Serotyp 2 nun auch als Spender- und Empfängerorganismus für gentechnische Arbeiten in die Risikogruppe 3 hochgestuft. Die Poliovirus Serotypen 1 und 3 werden weiterhin der Risikogruppe 2 zugeordnet.



Aktualisierung der allgemeinen Stellungnahme zu porzinen endogenen Retroviren

Die Stellungnahme wurde redaktionell überarbeitet und mit aktueller Literatur ergänzt. Während die Einstufung von PERV-A und –B in die Risikogruppe 2 beibehalten wurde, wurde der ecotrope Subtyp PERV-C der Risikogruppe 1 zugeordnet. Die natürliche Rekombinante PERV-A/C wurde aufgrund ihres breiten Wirtsbereichs der Risikogruppe 2 zugeordnet.


Aktualisierung der allgemeinen Stellungnahme zur Einstufung gentechnischer Arbeiten, bei denen Gene für immunmodulierende oder Apoptose-regulierende Proteine in das Genom replikationskompetenter Mikroorganismen inseriert werden

Im Kontext der aktuellen Literatur wurden die bisherigen ZKBS-Entscheidungen geprüft und die Formulierungen in der allgemeinen Stellungnahme präzisiert. Nach wie vor ist eine Einzelfallbewertung der ZKBS erforderlich, wenn bei gentechnischen Arbeiten Gene für immunmodulierende oder Apoptose-regulierende Proteine in das Genom replikationskompetenter Mikroorganismen inseriert werden. Hierunter fallen explizit auch Chemokine.



ZKBS positioniert sich zum EuGH-Urteil

In einem Fokusthema werden die Fakten und Hintergrundinformationen zur Entscheidung des EuGH zusammengefasst. Der Fokus liegt auf der Darstellung und Erläuterung des wissenschaftlichen Hintergrunds der Pflanzenmutagenese. Der naturwissenschaftliche Kenntnisstand wurde nach Ansicht der ZKBS bei der Urteilsfindung des EuGH nicht mit einbezogen.

Weiterhin werden die Folgen des Urteils für die Entwicklung Genom-editierter Pflanzen in der EU und die Probleme bei der Umsetzung durch die zuständigen Vollzugsbehörden betrachtet.

Die ZKBS sieht einen dringenden Anpassungsbedarf für das europäische Gentechnikrecht, das wesentlich auf dem Wissensstand von 1990 beruht.




Die nächste Sitzung der ZKBS findet am 5. Februar 2019 statt.

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